Obst


Als Obst bezeichnet man für den Menschen genießbaren Früchte und Samen von meistens mehrjährigen Bäumen und Sträuchern. Einiges Obst hat einen vergleichsweise hohen Gehalt an Zucker und ist damit vor allem zum Winter hin ein wichtiger Kohlenhydratlieferant. Auch liefern verschiedene Sorten wichtige Wirkstoffe, die Kaninchen für sich nutzen können.

Eine Auswahl an geeigneten Sorten ist hier zu finden: Obstliste


Exotische Früchte

Als exotische Früchte bezeichnet man bestimmte Obstsorten oder Früchte. Synonym werden auch die Bezeichnungen Südfrüchte, Tropenfrüchte oder Flugobst verwendet. Eine genaue Definition ist allerdings schwierig.

Zu den exotischen Früchten zählen unter anderem:

  • Ananas
  • Banane
  • Orange
  • Zitrone
  • Kiwifrucht
  • Papaya

Exotische Früchte enthalten Wirkstoffe, die sich Kaninchen zu nutze machen können. Banane ist verdauungsfördernd, eignet sich dadurch als Päppelfutter und kann bei Durchfall hilfreich sein. Fruchtsäuren, die Beispielsweise viel in Orangen vorkommen*, fördern die Aufnahme von Mineralstoffen. (Bartl 2004)

*Organische Säuren in 100 g essbarem Anteil nach [1]:

  • Apfel: 0,6 g
  • Birne: 0,3 g
  • Orange: 1,2 g


Kaninchen kommen in vielen Teilen der Welt vor. Dort werden sie unter anderem auch mit verschiedenen Früchten konfroniert. Die Fähigkeit zur Selektion beruht bei Kaninchen nicht auf einer Kenntnis über verschiedene einheimische Pflanzenarten, sondern auf einem Lerneffekt, Nährstoffe und Wirkstoffe richtig dosieren zu können. Pflanzenwirkstoffe, die in exotischen Früchten vorkommen, finden sich auch in einheimischen Arten. Beispielsweise kommen Senfölglycoside in einheimischen kultivieren Kohlsorten ebenso von wie in Kreuzblütengewächsen in Chile oder China. Solanin findet sich im schwarzen Nachtschatten ebenso wie in Kartoffel- und Tomatengrün. Daher können Kaninchen, die entsprecht gehalten und ernährt werden ebenso unbekannte, nicht heimische Pflanzen richtig dosieren lernen wie es mit einheimischen Pflanzen funktioniert.

Hauptartikel: Nahrungswahl/Selektion

Orangen wurden bereits im 16. Jhr nach Portugal, Spanien und Italien eingeführt und angebaut. Orangen stellen zu dieser Zeit also bereits eine mögliche Nahrungsquelle für wilde Kaninchen dar. Einige exotische Früchte zählen also durchaus zum natürlichen Nahrungsspektrum von wilden Kaninchen. Kaninchen, welche die Fähigkeit und die Möglichkeit zur Selektion besitzen sind ebenso in der Lage, unbekannte und nicht heimische Pflanzen zu selektieren und diese in verträglicher Menge zu nutzen.

Es besteht keine Notwendigkeit exotische Früchte aus dem Speiseplan von Kaninchen komplett fernzuhalten. Als Ergänzung sind auch Exoten eine gesunde Abwechslung. Welche Sorten verwendet werden können und angenommen werden ist von Kaninchen zu Kaninchen unterschiedlich. Es sollte vorsichtig getestet werden, was und wieviel das Kaninchen verträgt.



Quellen

Bartl, R. (2004): Osteoporose. Prävention, Diagnostik, Therapie, hieme, Stuttgart; Auflage: 2., überarb. u. erw. A. (2004), ISBN-10: 9783131057525

Joseph E. Grey,Keith Harding (2006): Ärztliche Wundversorgung: Das ABC der Wundheilung. Elsevier, München, S. 6

Turček, F. & Stiavnica, B.; Beitrag zur Kenntnis der Fraßpflanzen des Wildkaninchens, Oryctolagus cuniculus (Linne, 1758), in freier Wildbahn; Säugetierkundliche Mitteilungen; 1959; Heft 7; Seite 151 - 153; ISSN 0036-234

[1]Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Fruchtsäuren im Lexikon der Biologie, abgerufen am 9. Oktober 2008