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Wasser
Wasser ist ein lebenswichtiger Nährstoff für Kaninchen. 60-65% des Körpers eines Kaninchens bestehen aus Wasser. Durch den Wasserverlust, verursacht durch Atmung, Kot und Harnabsatz, ist es ständig nötig, Flüssigkeit aufzunehmen und den Verlust auszugleichen. Wasser ist nötig, um zahlreiche Stoffwechselvorgänge aufrecht zu erhalten.
Wilde Kaninchen decken ihren Flüssigkeitsbedarf vornehmlich durch den Wassergehalt ihres Futters. Nur relativ selten werden wilde Kaninchen bei der direkten Wasseraufnahme beobachtet. Als Wasserquelle dienen den wilden Kaninchen der Tau auf den Pflanzen oder andere Wasseransammlungen. Der Wasserbedarf beträgt nach Bubenik 160-180cm³ am Tag. Nach Schlolaut nimmt ein Kaninchen das 2 - 2,5fache an Wasser gegenüber der gefressenen Trockensubstanz auf.
Untersuchungen an Hauskaninchen zeigen, dass Kaninchen einen wesentlich höheren Anteil an Flüssigkeit über das Futter zu sich nehmen. Bei einer Ernährung mit Trockenfutter (Mischfutter, Heu...) und direkter Wasseraufnahme ist die Flüssigkeitszufuhr wesentlich geringer als bei einer Ernährung mit Frischfutter (Brüggemann 1937; Wenger 1997; Schwabe 1995).
Durstgefühl Das Durstempfinden wird durch Veränderungen des osmotischen Drucks im Flüssigkeitsraum sowie durch einen Volumenmangel über entsprechende Osmorezeptoren/ Druckrezeptoren realisiert, wobei auch den Hormonen Renin oder ADH Bedeutung zukommt. Ein Durstempfinden entsteht wenn überhaupt erst, wenn bereits ein Wassermangel von etwa 1-5% des Körpergewichtes vorliegt. Der Durst ist daher bereits ein Alarmsystem, dass ein Mangel vorliegt. Zusätzlich ist auf das Durstgefühl nicht immer Verlass. So nimmt das Durstempfinden mit dem Alter ab.
Mögliche Schäden durch Wassermangel Je größer die aufgenommene Wassermenge, desto größer die Menge an abgegebenem Urin. Eine Reduktion der Harnmenge hat Konzentrationsanstieg harnpflichtiger Substanzen mit dem Risiko der Harnsteinbildung (Wolf und Kamphues 1995) zur Folge. Auch ist eine bakterielle Besiedlung des Urogenitaltraktes wahrscheinlicher. Eine unzureichende Wasserversorgung führt zudem zu einem geringeren Futterverzehr und schränkt das Kaninchen bezüglich der Thermoregulation ein (Schrage und Petersen 1986). Weitere mögliche Folgen bei andauerndem Wassermangel:
Mögliche Beschwerden/Erkrankungen durch Wassermangel:
Zusätzliches Wasserangebot Das Kaninchen benötigt eine abwechslungsreiche und saftige Nahrung. Allerdings zeigen Untersuchungen, dass auch bei der Aufnahme von Frischfutter noch zusätzlich Wasser aufgenommen werden kann. Daher sollte ein Kaninchen zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben, um bei erhöhtem Wasserbedarf die Möglichkeit zur direkten Wasseraufnahme zu haben. Das Wasser sollte in Näpfen angeboten werden. Diese sollten schwer genug sein um ein Umwerfen zu verhindern, die Ränder nach innen gebogen. Besonders geeignet sind Tonnäpfe. Auch Wasserspender aus dem Zoofachhandel sind geeignet. Die Näpfe erhöht zu stellen (Auf Steine, Häuschendach, Etage...) verhindert eine Verschmutzung des Wassers. Nippeltränken sind ungeeignet. Sie zwingen das Kaninchen zu einer unnatürlichen Trinkhaltung. Zusätzlich begünstigt die schlechte Reinigungsmöglichkeit die Entstehung pathogener Keime. Insbesondere die Metallröhrchen sind schwer zu säubern und werden von den Kaninchen bei trinken berührt. Bei Frost besteht zusätzlich die Gefahr, dass die Tiere an dem Röhrchen festfriert. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt und der Napf gründlich gereinigt werden. Insbesondere in der warmen Jahreszeit steigt die Temperatur des Wassers schnell an. Bei einer Temperatur des Trinkwassers über 25°C verringern die Kaninchen die Wasseraufnahme. Daher sollte das Wasser mehrmals täglich ausgetauscht werden.
Quellen Boback, Alfred W.; Das Wildkaninchen: (Oryctolagus cuniculus (Linné, 1758); 2., unveränd. Aufl.; Nachdr. der 1. Aufl., Wittenberg Lutherstadt, Ziemsen, 1970; Hohenwarsleben; Westarp-Wiss.-Verl.-Ges.; 2004; (Die neue Brehm-Bücherei; 415); ISBN 3-89432-791-X Brüggemann, H.; Ausnutzungsversuch an Kaninchen als Grundlage neuzeitlicher Kaninchenfütterung; Biedermanns Zentralbl. für Agrikulturchemie und rationellen Landwirtschaftsbetrieb; Abt. B: Tierernährung 6; 374; 1937 Schlolaut, W. (Hrsg) in Zusammenarbeit mit Lange, K.; Das große Buch vom Kaninchen; 3., erw. Aufl.; Frankfurt am Main; DLG-Verl., 2003; 488 S.; Ill., graph. Darst.; 25 cm; Literaturverz. S. 475 - 486; ISBN 3-7690-0592-9 Schrage, R. u. J. Petersen (1986): Wärmeregulation und Leistungsvermögen von Kaninchen bei hoher Umgebungstemperaturen. Dtsch. Tierärztl. Wschr. 93, 121-125. Schwabe, K.: Futter- und Wasseraufnahme von Heimtieren verschiedener Spezies (Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchilla, Hamster) bei unterschiedlicher Art des Wasserangebotes (Tränke vs. Saftfutter); Hannover; Tierärztl. Hochsch., Diss.; 1995 Wenger, A.; Vergleichende Untersuchungen zur Aufnahme und Verdaulichkeit verschiedener rohfaserreicher Rationen und Futtermittel bei Zwergkaninchen, Meerschweinchen und Chinchilla; Hannover, Tierärztl. Hochsch., Diss.; 1997 Wolf, P. u. J. Kamphues (1995): Probleme der art- und bedarfsgerechten Ernährung kleiner Nager als Heimtiere. Prakt. Tierarzt 76, 1088 1092.
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