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Feldhasen und Kaninchen
Sowohl das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) als auch der Feldhase (Lepus europaeus) zählen zur Familie der Hasen (Leporidae), aber zu unterschiedlichen Gattungen. Während das Wildkaninchen zu den Oryctolagus zählt, gehört der Feldhase zu den Echten Hasen (Lepus).
Oftmals kommt es zu Verwechslungen zwischen Hauskaninchen und dem Feldhasen. Seine Größe und sein Aussehen haben einigen Kaninchenzuchtformen den Beinamen „Stallhase“ eingebracht. Auch gibt es eine Rasse Namens „Hasenkaninchen“. Trotzdem sind diese Tiere artreine Hauskaninchen, abstammend vom europäischen Wildkaninchen. Feldhasen sind nie domestiziert worden. Sie finden sich, wenn überhaupt in wenigen Wildparks und ab und an als Findelkinder in Privathaushalten. Feldhasen und Kaninchen unterscheiden sich grundlegend. Während Kaninchen in großen Kolonien leben, sind Feldhasen Einzelgänger und kommen nur zur Paarung zusammen. Im Normalfall legen Kaninchen Bauten an und bevorzugen geschütztes Gelände , während Feldhasen Mulden nutzen und offene Felder bevorzugen. Kaninchen sind Nesthocker (kommen also blind und nackt auf die Welt), Feldhasen sind Nestflüchter. Auch das Fluchtverhalten unterscheidet sich. Wildkaninchen suchen Deckung, der Feldhase hingegen versucht seinen Verfolger abzuschütteln. Letzteres ist auch der Grund, warum der Feldhase nicht domestiziert wurde. Feldhasen brauchen große Gehege und ihre Nachzucht in Gefangenschaft ist nicht einfach. Daher dominierte das Kaninchen nach seiner Entdeckung bald als Gehegetier und verdrängte den Feldhasen letztendlich völlig. Die rein äußerliche Unterscheidung von Kaninchen und Feldhase ist schwierig, da viele Zuchtformen des Kaninchens dem Feldhasen ähneln. Feldhasen sind immer rötlichbraun mit weißem Bauch, schwarzen Ohrrändern/Spitzen, einem schlanken Körperbau, langen Läufen, Ohren die länger sind als der Kopf und ausgewachsen einem Gewicht von 2,5 bis 5 kg. Aber es gibt auch Varianten des Kaninchens, die diese Merkmale haben können.
Unterschiede zwischen Feldhase und Wildkaninchen (nach Nachtsheim):
Quellen Boback, Alfred W.; Das Wildkaninchen: (Oryctolagus cuniculus (Linné, 1758); 2., unveränd. Aufl.; Nachdr. der 1. Aufl., Wittenberg Lutherstadt, Ziemsen, 1970; Hohenwarsleben; Westarp-Wiss.-Verl.-Ges.; 2004; (Die neue Brehm-Bücherei; 415); ISBN 3-89432-791-X Schlolaut, W. (Hrsg) in Zusammenarbeit mit Lange, K.; Das große Buch vom Kaninchen; 3., erw. Aufl.; Frankfurt am Main; DLG-Verl., 2003; 488 S.; ISBN 3-7690-0592-9
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