Zu Beginn des Mittelalters hat es im Gegensatz zu Frankreich in Deutschland und England weder zahme noch wilde Kaninchen gegeben. 1149 hat man die erstem Belege für Kaninchen in Deutschland, die damals von einem französischen Abt an das Benediktinerkloster Corvey an der Weser übergeben wurden.
Vermutlich gelangten zahme Kaninchen vor den wilden Vertretern nach Deutschland. Erste öffentliche Aussetzungen gab es auf Inseln (z.B. Amrum). In Deutschen Ländern wurden vermutlich im 16.Jahrhundert unter Landgraf Moritz Kaninchen eingebürgert.
Anhand der Unterschiede der Anpassungsfähigkeit sowie der Varietät der Fellfarben zwischen in Deutschlang lebenden wilden Kaninchen und denen in Spanien lebenden Tieren lässt sich vermuten, dass hier lebende Tiere genetisch auf mehr oder weniger domestizierte Kaninchen zurückgehen. Es handelt sich vermutlich also nicht um Wildkaninchen, sondern um verwilderte Hauskaninchen oder Hybriden (Kreuzungen aus Haus- und Wildkaninchen).
Quellen
Boback, Alfred W.; Das Wildkaninchen: (Oryctolagus cuniculus (Linné, 1758); 2., unveränd. Aufl.; Nachdr. der 1. Aufl., Wittenberg Lutherstadt, Ziemsen, 1970; Hohenwarsleben; Westarp-Wiss.-Verl.-Ges.; 2004; (Die neue Brehm-Bücherei; 415); ISBN 3-89432-791-X
Schlolaut, W. (Hrsg) in Zusammenarbeit mit Lange, K.; Das große Buch vom Kaninchen; 3., erw. Aufl.; Frankfurt am Main; DLG-Verl., 2003; 488 S.; ISBN 3-7690-0592-9
Holl, W.: Vorkommen von wilden Kaninchen ab 16. Jahrhundert, Zeitschrift für Jagdwissenschaft 11/1971, Seite 181-183, Springer Berlin / Heidelberg